Interview Autor Marco Hasenkopf über seinen Krimi Der letzte Sturm

Was erwartet uns in Der letzte Sturm?

Eine abwechslungsreiche und (hoffentlich) spannende Verbrecherjagd fernab der sonst üblichen Schauplätze und Möglichkeiten Hilfe zu holen: Ein Frachtschiff mit wenigen Dutzend Personen an Bord mitten auf dem Atlantik. Jeder könnte der Täter sein. Inklusive der Ermittlerin.


Wie bist du auf die Idee zur Geschichte gekommen?

Ich halte mich privat gerne am Meer auf. So wie andere eventuell gerne in die Berge fahren. Eine Geschichte zu schreiben, die das Meer als heimlichen dritten Protagonisten zeigt, lag daher auf der Hand.


Warum hast du ein Frachtschiff als Schauplatz gewählt?

Für diesen Roman habe ich eine Frachtschiffreise unternommen. Es sind für mich enorm spannende Gefährte, weil anders als z.B. auf Kreuzfahrtschiffen im Verhältnis viel Platz und wenig Menschen anwesend sind. Es gibt also von Anfang nicht x-beliebig viele Tätermöglichkeiten. Gleichzeitig ist ein Frachtschiff auch ein Ort extrem einsamer Isolation, obwohl man mit anderen Menschen auf dann wiederum relativ engem Raum eingeschlossen ist. Diese besondere Konzentration war für mich ausschlaggebend. Ist man auf See hat man keine andere Wahl.


Kannst du Ermittlerin Rosa Bach in 3 kurzen Sätzen beschreiben?

Rosa ist eine traumatisierte Top-Ermittlerin, die sich zurück ins Leben und ihren Beruf kämpft. Sie geht ihren eigenen Weg und entdeckt auch neue Seiten ihrer Persönlichkeit. Ihre hartnäckige Eigenwilligkeit gepaart mit ihrer Gerechtigkeitsliebe macht sie zu einer Ermittlerin, die so schnell nicht aufgibt auch wenn es richtig schwierig wird.


Jeder auf der Leviathan ist verdächtig. War dir von Anfang an klar, wer der Serientäter ist oder hat sich dieser erst im Laufe des Schreibens für dich offenbart?

Vom Drehbuchschreiben bin ich es gewohnt eine Geschichte bis ins Kleinste vorweg zu planen. Kommissar Zufall ermittelt also nicht, der Täter war bei mir von Anfang an klar. Auch deshalb, um genügend Raum für falsche Fährten zu haben.


Wie sah die Recherche für deinen Krimi aus?

Ich habe sehr viel im Umfeld moderner Frachtschiffseefahrt recherchiert. Das ist ein sehr spezielles Thema zu dem es auch nicht endlos viel Literatur gibt. Nur ein Bruchteil der Recherche fließt in den Roman selbst. So war z.B. meine Frachtschiffreise besonders wichtig um die spezielle Atmosphäre an Bord eines Frachtschiffs zu erspüren. Ich hoffe, das sich das auch in die Geschichte transportiert hat. Darüber hinaus habe ich mich viel mit MBSR, Achtsamkeit, Stresstherapie und buddhistischer Psychotherapie beschäftigt, um die Seminarsituation möglichst authentisch darstellen zu können. Meiner Meinung nach wird Burnout noch sehr lange ein wichtiges gesellschaftliches Thema bleiben.


Schreibst du auch in anderen Genres?

Mir ist es wichtig Unterhaltung mit Haltung zu vermitteln. Ein Genre ist nur ein Transportmittel für eine Geschichte. Es ist die Geschichte, die sich ihr Genre sucht. Als Autor interessiere ich mich für viele Genre dh. für viele Facetten des Lebens und des damit verbundenen Geschichtenerzählens. Als von mir favorisierte Genre würde ich den Krimi, den historischen Roman und die Komödie bezeichnen. Dort fühle ich mich wohl.


An was schreibst du zurzeit? Hast du einen neuen Roman in Planung?

Ja, ich schreibe an einer historischen Geschichte. Das ist ein eher sehr aufwendiges Vorhaben. Ich hoffe der Roman kann 2022 erscheinen.


Was liest du selbst gerne?

Ich lese gerne Krimis, Thriller, Historische Romane, aber auch Sachbücher oder Drehbücher.


Hast du einen Krimi-Buchtipp für uns?

Raymond Chandler Der lange Abschied oder einen anderen Philip-Marlow-Roman.