Leseprobe Todsicher unschuldig

Kapitel 1 – Augen zu und durch

15. Juli – 19:38 Uhr – Vorderhaus – Treppe

»Was denkst du, ist er tot?«

»Nein, er hält nur die Luft an, um uns Angst einzujagen«, erwiderte Biene auf meine zugegeben ziemlich dämliche Frage. Biene ist meine Frisörin und diejenige, die mich in diese Situation gebracht hatte.

Ich hockte gerade vor meinem ersten Toten, dessen ehemals rosige Gesichtsfarbe mittlerweile in leichten Blauschattierungen vor einem kalkweißen Hintergrund changierte. Der Kopf lag unnatürlich schräg zum restlichen Körper. Ich wurde den Eindruck nicht los, dass er irgendwie anfing zu müffeln.

»Was sollen wir jetzt machen?« Ich versuchte aufzustehen. Mein Blut rauschte wie ein Sturzbach in meine Füße. Mir wurde schwarz vor Augen und ich konnte mich gerade noch am Geländer festhalten, was mich davor bewahrte, auf die Leiche zu kippen.

Biene griff mir von hinten unter die Arme und fragte besorgt: »Geht’s?«

»Ja, geht schon. Danke.«

»Du kotzt jetzt aber nicht hier hin«, warnte sie mich.

Wütend drehte ich mich um und erwiderte genervter als ich eigentlich wollte: »Wenn hier eine ständig kotzt, dann bist das ja wohl du, oder?«

»Hey!« Biene zeigte mir abwehrend ihre Handflächen. »Ich kann nichts dafür. Das ist so, wenn man schwanger ist.« Ihr Blick glitt an mir vorbei und blieb an dem Toten hängen. »Obwohl ich mich frage, warum es Morgenübelkeit heißt, wenn ich den ganzen Tag über der Kloschüssel hängen könnte«, meinte sie. Dann schaute sie mich direkt an und sagte: »So wie der Kerl aussieht, wäre er sowieso bald gestorben. Verbuchen wir das Ganze einfach unter Jeden-Tag-eine-gute-Tat.«

»Wie kommst du darauf?«, fragte ich und hoffte gleichzeitig, Biene würde eine plausible Entschuldigung für das finden, was hier geschehen war.

»Schau ihn dir doch mal an.« Schwungvoll löste Biene den Haargummi, der ihren Pferdeschwanz zusammengehalten hatte, und ihre dunkelbraunen Locken verteilten sich über ihre Schultern.

Skeptisch warf ich einen Blick hinter mich. Okay! Da hing ein ausgeleierter Bierbauch aus einer fleckigen Jogginghose, und das, obwohl das Feinripp-Oberhemd sein Bestes gab, ihn zu verdecken. Schweißflecken, die von den Achseln bis zur Hüfte reichten, gilbten das Weiß ein und der Halsausschnitt des Hemdes war so ausgefranst, dass er praktisch nicht mehr vorhanden war. Der Rest war mit undefinierbaren blau-grünlichen Flecken übersät.

Seine Haare hatten sich, bis auf einen kleinen Kranz, schon vor Jahren aus dem Staub gemacht und durch das aufgedunsene Gesicht zogen sich feine Äderchen. Es sah aus wie der U Bahn-Netzplan einer europäischen Großstadt. Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand waren an der Innenseite vergilbt und die Handfläche mit milchigen Schwielen überzogen.

Magenbrei schob sich meine Speiseröhre empor. Ich schluckte schwer und drehte den Kopf weg.

»Wenn er von außen schon so aussieht, dann möchte ich nicht wissen, wie es um seine inneren Werte bestellt ist. Er wäre bestimmt demnächst an Leberzirrhose oder Lungenversagen eingegangen.« Seelenruhig band sich Biene wieder die Haare zu einem Pferdeschwanz.

»Du meinst, wir haben ihm einen Gefallen getan?!«, flüsterte ich schon fast überzeugt. Ich war auf dem besten Weg, meine Fassung wiederzuerlangen.

»Wir?« Biene hob zugleich ihre rechte Augenbraue und ihre Stimme. »Du hast ihm ein Bein gestellt. Nicht ich!«

Und schon war das bisschen Fassung wieder weg. Stattdessen stieg Wut in mir auf. »Kein Grund, gleich hysterisch zu werden. Darf ich dich außerdem daran erinnern, dass du mich angerufen hast? Ich sollte dir bei einem Einbruch helfen!«

Biene, bürgerlich Sabine Leimer, hatte seit zwei Jahren mit Richard, einem Studenten der Jurisprudenz, zusammengelebt, als sie unerwartet schwanger wurde. Niemand hatte ihr gesagt, dass Johanniskraut die Wirkung der Pille aufhob. Aber als wäre das nicht schon kompliziert genug, hatte der Dreckskerl sie auch noch vor die Tür gesetzt. Zitat: „Ich lass mir doch nicht mein Leben von einer tumben Frisöse versauen!“ Zitat Ende.

Das war jetzt genau vier Stunden her und der Beginn des verrücktesten Trips meines Lebens.

 

15. Juli – 15:38 Uhr – Jugendstilhaus – Innenstadt

Ich kniete vor der Wohnungstür, blinzelte ins Schlüsselloch und überlegte, welches Werkzeug ich brauchte, um möglichst geräuschlos das Türschloss zu knacken. Im Treppenhaus herrschte Grabesstille. Das einzige Geräusch kam von Bienes linkem Schuh, der leise quietschte, immer wenn sie ihr Gewicht von einem Bein auf das andere verlagerte.

In Zeitlupe führte ich den Spanner in den Zylinder ein, um den Kern des Schlosses auf Spannung zu bringen. Das war wichtig, denn sonst konnte ich das Schloss nach dem Entsperren mit dem Haken nicht drehen.

»Mach schon! Geht das nicht schneller?«, grummelte Biene, und ihr Schuh quietschte immer lauter, während sie aufgeregt hin- und herschaukelte. »Mann, wenn du weiter so trödelst, wird uns noch jemand erwischen.«

»Wenn du wieder so meckerst, hört dich garantiert jemand«, brummte ich zurück und schob den Haken mit seiner abgeflachten Seite vorsichtig neben den Spanner. Ich hielt die Luft an, drückte die drei Stifte herunter und drehte das Schloss in einer fließenden Bewegung: Klick!

Die Tür sprang auf.

»Tja, gelernt ist gelernt!«, rief ich triumphierend und wies Biene den Weg in den Flur der Wohnung, die wir in den kommenden Minuten ausräumen wurden. Hinter mir schloss ich die Tür wieder.

Wie es der Zufall wollte, hatte ich vor ein paar Monaten für einen Freund gearbeitet, der seinen Schlüsseldienst zu legalisieren plante und jemanden fürs Büro brauchte. In meinen Pausen spielte ich ein wenig an den Modellen der Türschlösser herum, die im Schauraum ausgestellt waren. Ich lernte schnell, wie man sie knackte und wieder abschloss. Punkt vier des kleinen Einmaleins für Einbrecher: abschließen nicht vergessen, wenn man den Tatort wieder verlässt, sonst fliegt man schnell auf.

Ich stellte mich beim Umgang mit Schlössern ganz geschickt an und dankte im Stillen meinem Professor für Konservierung und Restaurierung von Gemälden und gefassten Skulpturen, dass er mich in seinen Kurs zwangsverpflichtet hatte. Das praktische Seminar schulte ungemein in Geduld und akribischer Feinarbeit. Obwohl ich damals nicht hatte einsehen wollen, dass dieser Kurs für den Abschluss einer studierten Kunsthistorikerin entscheidend war. Aber was wusste ich schon!

Natürlich hätte ich meinen Ex-Chef bitten können, uns zu helfen, aber ich wollte ihn da nicht mit reinziehen.

»Wenn ich mal richtig Geld habe«, meinte ich stolz über meine Leistung, »dann besorge ich mir eine Packpistole oder einen Schlagschlüssel und dann geht so was hier schneller.« Ich verstaute meine Schließhilfen in einem kleinen Etui.

»Mach das,« antwortete Sabine, während sie voran ins Wohnzimmer schritt. »Los, komm. Wir müssen uns beeilen«, rief sie mir über die Schulter zu. Dann wies sie wie ein Feldherr auf die Gegenstände, die wir aus der Wohnung schaffen mussten. »Das geht mit und das und das und das auch!«

Eine Couch, zwei Sessel, ein Tisch, die Espressomaschine und diverser Kleinkram wie Vasen, Kissen, Decken oder Lampen. Biene, in voller Fahrt, warf alles in Kisten.

Ich nickte, wagte nicht, zu widersprechen, und versuchte mir alles einzuprägen. Im Kopf überschlug ich, wie wir die Sachen in dem kleinen weißen Transporter unterbringen sollten, den ich mir von einer Freundin geliehen hatte.

Zum Glück habe ich in meinen diversen Aushilfsjobs eine Menge Tetris gespielt, dachte ich.

Wir brachten erst die Kisten in den Transporter, der verkehrswidrig vor der Haustür geparkt stand, dann stülpte ich mir einen schweren Klubsessel wie einen Helm auf den Kopf. So trug ich die drei Sessel allein hinunter, während Biene noch ein paar kleinere Sachen zusammenpackte. Den Nierentisch und die Couch hievten wir danach gemeinsam in den Kleintransporter.

Schnaufend schleppten wir uns gerade wieder die Stufen hinauf, als über unseren Köpfen der dritte Weltkrieg ausbrach.

»Du dämliche Schlampe. Mach, dass du wegkommst, oder ich breche dir jeden Knochen im Leib. Wenn du mir noch einmal mein Bier wegsäufst, dann kannst du dein blaues Wunder erleben. Warte nur, bis ich dich kriege …« Ein aufgeschwemmter, feister Mann beugte sich über das Geländer ein Stockwerk höher und brüllte einer völlig aufgelösten Frau hinterher. »Bleib stehen oder du wirst es bereuen!«

Doch die Angebrüllte dachte gar nicht daran und hetzte die Stufen an uns vorbei. Als Nächstes hörten wir, wie der Mann die Stufen hinunterpolterte und drückten uns gegen die Wand. Mein Herz schlug mir bis zum Hals. Sabine fasste meine Hand.

Und ohne dass ich wusste wie, hob sich exakt in dem Moment, in dem der Nachbar uns passierte, mein rechter Fuß leicht in die Höhe.

Der Mann schnellte vor wie ein ziemlich fetter Skispringer in der Sekunde, in der er sich vom Schanzentisch löst. Instinktiv hob er seine Arme, um den Sturz abzufangen, doch er überschlug sich seitlich und schlitterte mit dem Kopf voran gegen den Mauervorsprung der Fensternische. Ein Geräusch, als zertrete man einen morschen Ast, hallte uns entgegen.

Von einer Sekunde auf die andere war es totenstill im Hausflur. Der leblose Körper rutschte weiter und blieb auf den Stufen unter uns liegen. Der Kopf ruhte auf dem Treppenabsatz. Der Rumpf und die Beine lagen eigentümlich verdreht auf den Stufen.

 

15. Juli – 19:40 Uhr – immer noch Vorderhaus – Treppe

»Wir sollten fertig werden und sehen, dass wir hier wegkommen,« befahl Biene und wies mit ihrem rechten Zeigefinger auf die Leiche. »Für den können wir eh nichts mehr tun.«

»Wir müssen die Polizei rufen«, wandte ich eher halbherzig ein. Aber immerhin wollte ich irgendwie das Richtige tun. Oder zumindest das, was ich dafür hielt.

Biene schaute mich an, als hätte ich nicht mehr alle Tassen im Schrank, und zwitscherte mit spöttischer Stimme: »Na, da bin ich ja mal gespannt, wie du ihnen das verklickern willst.« Sie stemmte ihre Hände in die Hüften und wies mit einem Kopfnicken auf die sündhaft teure Espressomaschine, die noch vor der Wohnungstür ihres Ex-Freundes stand.

»Okaaayyy«, überlegte ich laut. »Das dürfte schwierig werden. Aber wir könnten doch einfach abschließen, das Teil ins Auto stellen und dann die Polizei anrufen.«

»Nee, klar. Und wenn Richard einen Einbruch anzeigt und er rein zufällig erfährt, dass wir beide hier waren und einen Toten gemeldet haben, kann er natürlich nicht eins und eins zusammenzählen, weil ihn was – ein behindertes X Chromosom – davon abhält?«, rief Sabine, und ihre blauen Augen funkelten mich aufgebracht an.

»Ich versteh ja, dass du sauer bist«, wandte ich ein. »Aber kannst du dich nicht doch irgendwie mit Richard einigen?«

»Wie stellst du dir das bitte vor?« Erregt ruderte sie mit den Armen durch die Luft. »Ich habe keine Belege, Quittungen oder sonst etwas, die beweisen können, dass ich die Espressomaschine gekauft habe. Das hat Richard immer gemacht. Ich hab ihm das Geld cash gegeben, weil er meinte, er kenne jemanden, der ihm das Zeug billiger besorgt.«

»Und die Möbel deiner Oma, die wir runtergetragen haben? Der Nierentisch und die Cocktailsessel, was ist mit denen?«, wollte ich wissen.

Sabine zuckte die Schultern und antwortete: »Da behauptet er einfach, die hätte ich ihm geschenkt.«

Ich wollte schon einwenden, dass er das doch nicht tun könne, als mir einfiel, dass er es doch konnte. Wem würde man wohl eher glauben: einem Jurastudenten im achten Semester oder einer tätowierten Haarkünstlerin, deren gutes Herz man leicht mit Dummheit verwechseln konnte?

Mit einem Mal schlug Bienes Trotz in Hilflosigkeit um, so als wäre ihr plötzlich klar geworden, wie aussichtslos ihre Lage war: schwanger, Single, obdachlos.

Ich atmete die staubige Luft des jahrzehntealten Treppenhauses ein, warf einen Blick auf den Toten und streckte meinen Rücken durch. »Na, dann los. Du schaffst noch den Karton ins Auto. Ich schließe die Tür ab und trage die Espressomaschine runter und dann machen wir, dass wir hier wegkommen. Und du ziehst erst einmal zu mir!«, bestimmte ich mit fester Stimme.

Biene lief die Treppe nach unten und balancierte den Karton mit ihren privaten Unterlagen umständlich vor ihrem üppigen Busen. Ich verschloss die Tür. Glücklicherweise hatte sich Richard für eine sehr billige Austauschvariante seines Schlosses entschieden. Noch eine Sicherheitsstufe niedriger und man hätte das Teil mit einem altmodischen Dietrich öffnen können. 

Konzentriert auf meine Arbeit nahm ich meine Umgebung kaum wahr und fuhr erschreckt zusammen, als ein gellender Schrei durchs Treppenhaus hallte. Ich machte auf dem Absatz kehrt und sah die Frau, die vor Kurzem in Todesangst vor dem Dicken geflohen war, die Treppe heraufkommen.

»Oh mein Gott, oh mein Gott, oh mein Gott«, kreischte sie in immer höherer Tonlage. Dabei blickte sie mich aufgelöst und gleichzeitig irritiert an. »Was ist passiert? Ist er tot? Warum steht er nicht auf? Wieso liegt er so verbogen da? Und wo ist sein linker Hausschuh?«

Ich starrte die Frau an. Sie trug ein schlampiges Nachthemd, ihre kurzen, scheinbar selbstgeschnittenen Haare standen ihr wirr vom Kopf ab. Unter ihrem rechten Auge verblühte ein blaugrünes Veilchen.

Wo war sie nur in der Zwischenzeit geblieben?

»Ich hab mich im Keller versteckt, wie immer, wenn er einen seiner Ausraster hat«, antwortete sie auf meine stumme Frage. »Was ist passiert?«

»Na ja«, erwiderte Biene. »Ich nehme mal an, er hat sich das Genick gebrochen. Aber ich bin kein Fachmann.« Sie zuckte entschuldigend die Schultern. Sie hatte den Karton abgestellt und hockte neben dem Ex-Ehemann der Frau, als wollte sie ihn wie eine professionelle Kriminaltechnikerin untersuchen.

Zögernd trat ich neben die Frau und die Leiche ihres Ehemannes. »Ich dachte, er wollte Sie umbringen«, antwortete ich tonlos.

»Tja,« meinte die Frau achselzuckend. »Da kann man wohl nichts mehr machen.« Sie schaute Biene direkt in die Augen. »Sie sind die Sabine aus dem vierten Stock, nicht wahr? Sie haben doch mit dem Kotzbrocken zusammengelebt, der alles besser weiß und ständig mit irgendwelchen Paragrafen um sich schmeißt. Haben Sie den Kerl endlich abserviert?« Sie sah interessiert auf die Espressomaschine. »Gratuliere! Hätte ich auch schon vor Jahren machen sollen. Hab nie den Absprung geschafft«, meinte die Frau und suchte wohl für sich selbst eine Entschuldigung. »Aber wo hätte ich auch hingesollt? Hab keine Familie oder Freunde. Und solche Kerle wissen genau, wie man Menschen isoliert und abhängig macht.« Sie schaute auf die Leiche. »Aber das hat sich ja jetzt erledigt.« Dann legte sie Sabine ihre Hand auf den Arm. »Nehmen Sie alles aus der Wohnung mit, was Sie wollen. Ich halte dicht. Ehrensache!«

»Wir sollten die Polizei rufen«, hörte ich mich sagen.

»Die Polizei?«, echote die Witwe und trat dicht an mich heran. Ihr Gesicht war das einer alten Frau, obwohl sie nicht älter als fünfzig sein konnte. Ihr Atem roch nach Kaffee und Kohlsuppe und ein leichter Dunst von Alkohol und Zigaretten hing in ihren Haaren.

»Ich … ich meine, es war ein Unfall. Wir können der Polizei doch sagen, dass es ein Unfall war«, stotterte ich und sah Biene hilfesuchend an. Doch die zuckte nur mit den Schultern. Ihr war wohl mittlerweile alles egal. Würde sie das Baby eben im Knast zur Welt bringen. Da hatte es wenigstens ein Dach über dem Kopf.

Aber was war mit meinem Dach! Ich hatte gerade geputzt und vier Bewerbungen geschrieben, von denen garantiert eine einen gut bezahlten Job bringen würde, mit dem ich endlich mal was in die Rentenkasse einzahlen konnte. Ich hatte ein Leben – das sich gerade in Luft aufzulösen drohte.

Ach, komm schon, mahnte mich meine innere Stimme. Was für ein Leben soll das sein? Du behältst keinen Job länger als ein paar Wochen. Sieh es ein, keiner braucht eine studierte Kunsthistorikerin, wenn die Kommunen sämtliche Gelder für Museen, Galerien oder anderen kulturhistorischen Quatsch streichen. Du hättest besser BWL studieren sollen. Doch brauchte die Welt wirklich einen weiteren Bergwerksleiter?

Humor hin oder her: Ich wollte nicht ins Gefängnis!

»Also gut«, sagte die Frau. »Ich rufe die Polizei. Aber erst müssen Sie hier verschwinden«, befahl sie uns beiden. »Ich hab Sie nicht gesehen. Machen Sie schnell.« Dann sah sie noch einmal auf den Toten. »Zum Glück hat er sich nur nass gemacht und nicht alles vollgeblutet. Ich hätte die Schweinerei nur ungern weggewischt. Holzboden ist da ganz schwierig, wissen sie?«

Mir blieb die Sprache weg.

»Was wollen Sie sagen, was passiert ist?«, wollte Biene wissen.

»Die Wahrheit«, erwiderte die Frau achselzuckend. »Er wollte mich totschlagen. Ich bin in den Keller geflohen und als ich wieder nach oben kam, lag er da.«